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Warum dein Kind seine Gefühle nicht benennen kann – und wie du helfen kannst

Wut, Tränen, Rückzug – oft weiß ein Kind selbst nicht, was in ihm los ist. Wie du Gefühle gemeinsam mit deinem Kind in Worte fasst.

Von Nora Vehr · 2. November 2026 · 5 Min. Lesezeit

Dein Kind knallt die Tür zu, weint scheinbar grundlos oder wird ganz still. Du fragst: „Was ist denn los?“ – und bekommst ein „Weiß nicht“ oder gar keine Antwort.

Das ist kein böser Wille. Sehr oft weiß dein Kind tatsächlich nicht, was es gerade fühlt.

Gefühle zu benennen muss man lernen

Gefühle sind zuerst einmal Körperempfindungen: ein Kribbeln im Bauch, ein heißer Kopf, ein Kloß im Hals. Damit daraus Worte wie „traurig“, „enttäuscht“ oder „eifersüchtig“ werden, braucht ein Kind Erwachsene, die ihm helfen, diese Verbindung herzustellen. Das dauert viele Jahre – und auch viele Erwachsene haben es nie richtig gelernt.

So unterstützt du dein Kind

1. Benenne, was du siehst – ohne zu bewerten. „Ich sehe, dass du ganz rote Wangen hast und die Fäuste ballst.“ So lernt dein Kind, auf seinen Körper zu achten.

2. Biete ein Gefühlswort an. „Kann es sein, dass du wütend bist, weil das Spiel vorbei ist?“ Wichtig ist das „kann es sein“. Dein Kind darf auch sagen: „Nein, ich bin traurig.“

3. Erlaube das Gefühl, begrenze das Verhalten. „Du darfst wütend sein. Hauen ist trotzdem nicht okay.“ Gefühle sind nie falsch. Was wir damit tun, braucht manchmal Grenzen.

4. Sprich auch über deine eigenen Gefühle. „Ich bin gerade ziemlich gestresst, weil wir spät dran sind.“ Kinder lernen am meisten durch das, was sie bei uns erleben.

5. Reden kommt später. Mitten im Gefühlssturm hilft kein Gespräch. Erst wenn sich alle wieder beruhigt haben, ist Zeit für ein „Was war da eigentlich los?“.

Ein Gedanke für dich

Wenn dir das selbst schwerfällt, ist das völlig normal. Viele von uns sind mit Sätzen aufgewachsen wie „Stell dich nicht so an“. Dass du heute anders mit den Gefühlen deines Kindes umgehen möchtest, ist schon ein großer Schritt.

Im Familiencoaching schauen wir gemeinsam, was dein Kind gerade braucht – und was du brauchst, um in solchen Momenten ruhig zu bleiben.

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